Jubiläumsbuchtour 5. 1688: Die Welt am Vorabend des globalen Zeitalters
30 Jahre folio · lektorat, mit Gewinnspiel
An diesem historischen Sachbuch hat mich der Aufbau fasziniert. Es beginnt mit dem »Porträt eines Tages«, dem 3. Januar 1688, als »barockes Vorspiel« und endet mit einer Geschichte zu dem Komponisten Henry Purcell. Dazwischen führt der Autor an die unterschiedlichsten Schauplätze der damaligen Welt, von Acapulco bis Edo, von London bis Batavia. Europa erscheint als Teil eines komplexen Gefüges: eine im besten Sinn globale Perspektive.
Den Ausgangspunkt bilden jeweils zeitgenössische Quellen – Briefe, Aufzeichnungen, literarische Werke. In sieben lose verbundenen Teilen mit sechsundzwanzig Kapiteln folgt Wills den Stimmen seiner Gewährsleute, wie dem venezianischen Kartografen Vincenzo Coronelli, der mexikanischen Dichterin Sor Juana de la Cruz, dem slowenischen Gelehrten Janez Valvasor oder der Hamburger Kaufmannswitwe Glikl bas Judah Leib. Das Werk erschien 2001 im amerikanischen Original bei W. W. Norton & Co., 2002 ebendort als Paperback und im selben Jahr in der deutschen Übersetzung von Nikolaus Gatter im Gustav Lübbe Verlag. Das Magazin Damals wählte es zum »historischen Buch des Jahres«. (Gewinnspiel siehe unten)

Amerikanische Originalausgabe, W. W. Norton & Co., 2001

Paperbackausgabe, W. W. Norton & Co., 2002
Ein Original vom Original
Über Sachbuchlektorat habe ich schon an anderer Stelle etwas geschrieben. Deshalb beschränke ich mich hier auf einige Hinweise zum Lektorat von Übersetzungen. Mit der Übertragung in eine andere Sprache entsteht etwas Eigenes – ein neues Original.
Als Lektorin folge ich dem oder der Übersetzenden und achte auf sperrige Formulierungen, schiefe Sprachbilder oder falsche Freunde genauso wie auf Logik und Argumentation. Wenn ich an einer Stelle stocke, schaue ich in die Vorlage, um zu klären, wo der Fehler liegen könnte, und stimme Änderungen mit dem, der Übersetzenden ab. So war das auch bei 1688. Das Ergebnis ist ein konsistenter, flüssig lesbarer deutscher Text.

Übersetzung von Nikolaus Gatter, Gustav Lübbe Verlag, 2002
Neuausgabe nach zwanzig Jahren
John E. Wills lehrte fast vierzig Jahre lang als Professor für Geschichte an der University of Southern California. Einer seiner Schwerpunkte war chinesische Geschichte, was sich auch in 1688 bemerkbar macht, wenn er etwa von der Qing-Ära erzählt. Wills ist 2017 verstorben. Ich habe noch eine E-Mail von ihm, in der er sich beim Verlag und bei allen Beteiligten für die Arbeit an dem Buch bedankt. Es freut mich sehr, dass die deutsche Ausgabe 2021* neu aufgelegt wurde und weiterhin ihr Publikum erreicht. Und ist es nicht interessant, die verschiedenen Cover zu sehen?

Neuausgabe, Unionsverlag, 2021
Wer möchte?
Ich verschenke ein neuwertiges Exemplar des beschriebenen Buchs in der deutschen Ausgabe von 2002! Wer es erhalten möchte, schreibt bis zum 26.05.2026, 23:59 Uhr, per E-Mail an voigt@folio-lektorat.de, Stichwort: 1688.
Melden können sich volljährige Personen mit Postadresse in Deutschland. Bei mehreren Interessent:innen entscheidet das Zufallslos. Ich gebe innerhalb von 4 Tagen per E‑Mail Bescheid. Erhalte ich keine Antwort innerhalb von weiteren 4 Tagen, lose ich neu aus. Ansprechpartnerin und Verantwortliche: Marion Voigt. Es gelten meine Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise.
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* John E. Wills, 1688. Die Welt am Vorabend des globalen Zeitalters
Aus dem Englischen von Nikolaus Gatter
Mit sechs Abbildungen und einer Karte
Broschiert, 512 Seiten
Zürich: Unionsverlag, 2021
ISBN 978-3-293-20904-6